Schwäbischer Sprachkurs
 

Da wir im vergangenen Jahr einige neue Kollegen bekommen haben, die der Landessprache (also des Schwäbischen) überhaupt nicht kundig sind, hat eine (schwäbische) Kollegin einen kleinen Sprachkurs zusammengestellt, um Ihnen den Einstieg im Ländle etwas zu erleichtern. Da wir alle bei der Gewerkschaft beschäftigt sind, wird dabei naturgemäß auch einiges Gewicht auf gewerkschaftspolitische Zusammenhänge gelegt. Allerdings sind die meisten der Ausdrücke auch für andere Berufsgruppen und Lebenszusammenhänge anwendbar.

bollaguat steht in einem schwäbischen Zeugnis für "stets zur vollsten Zufriedenheit"
zom Zuagucka isch dem au koi Arbet zviel im schwäbischen Zeugnis das Äquivalent für "gerade noch ausreichend"
sīoizig, was bei dem schafft, isch dr Moscht em Keller jetzt wirdīs aber wirklich "mangelhaft"
domm gloffa sagt man, wennīs mal nicht so lief, und man z.B. einen Prozeß verloren hat
leck mi am Arsch, was duasch au du do? Begrüßungsformel für ein Gewerkschaftsmitglied, das man lange nicht mehr gesehen hat
Schpruchbeitel Bezeichnung für einen Gewerkschaftssekretär, der mehr verspricht. als er halten kann
Lompaseckel der Funktionär einer anderen (konkurrierenden) Gewerkschaft
Haderlomp die Steigerung des vorigen - vor allem gebraucht, wenn der Konkurrent eine gute Idee früher hatte
Heckabeerlesbauer ehemals aktiver Gewerkschafter, kurz vor oder bereits in der Rente
a donderschlächtige Aaschproch die zündende Rede eines Gewerkschaftssekretärs auf einer Betriebsversammlung
verloganes Lettagschwätz das, was der Arbeitgeber auf der gleichen Betriebsversammlung von sich gegeben hat
Was isch au des fir a Glomp? normaler Ausruf beim Anblick seines Schreibtischs nach zwei Wochen Urlaub
hupfelige Schnätterbix eine redselige,unruhige Person; wer so eine Mitarbeiterin hat, macht gerne ausgedehnte Dienstreisen
Säckel normalerweise Bezeichnung für den Vorgesetzten, im Schwäbischen kein abmahnungswürdiger Tatbestand
Quadratsempel ein Vorgesetzter, der ringsum keinerlei Ahnung hat
äbbes mitnander verkuttla solange Tarifverhandlungen noch friedlich verlaufen, verhandelt man miteinander
zoiga, wo dīr Bartel da Moscht holt das macht man dann, wenn die Verhandlungen gescheitert sind
dem dua i da Rooscht ra Ankündigung des Betriebsratsvorsitzenden, bevor er zum Chef geht
von de Reiche ka ma sīspara lerna, von de Arme sīschenka Erkenntnis nach der Unterredung mit dem Chef
Entaklemmer ein Arbeitgeber, der sich aus Geiz weigert, eine wohlverdiente Gehaltserhöhung zu bewilligen
der moint au, er sei dr Käs, drbei stenktīr blos passende Beschreibung für so manchen leitenden Angestellten, der sich für was besseres hält
liaber koi Gschäft, als nex zom Essa grundlegende Erkenntnis, die den meisten früher oder später kommt.